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Duell mit dem Ex-Klub: "Sollte nicht mehr so viel Marcel Rapp drinstecken"

13/08/2026
Duell mit dem Ex-Klub: "Sollte nicht mehr so viel Marcel Rapp drinstecken"

Holstein Kiel trifft am Freitag auf den FC St. Pauli zu einem Wiederaufflammern eines der interessantesten Duelle der norddeutschen Fußballlandschaft. Für Trainer Marcel Rapp handelt es sich dabei um weit mehr als nur um ein reguläres Ligaspiel – es ist eine Heimkehr zu jenem Verein, mit dem er erst wenige Monate zuvor einen bemerkenswerten Aufstieg in die Bundesliga realisiert hat. Nun muss der Übungsleiter gegen sein ehemaliges Team antreten und dabei eine neue Identität für sein aktuelles Projekt etablieren.

Ein ungewöhnlicher Weg der Trennung

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Die Situation, in der sich Rapp befindet, ist im deutschen Profifußball nicht alltäglich. Der Trainer war es, der St. Pauli in der abgelaufenen Saison zum Aufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse führte – ein großer Erfolg für den ehrgeizigen Klub vom Kiez. Doch unmittelbar nach diesem Triumph entstand eine räumliche Trennung: Während die Kiezkicker ihre Wege in der Bundesliga fortsetzen, übernahm Rapp die Verantwortung bei Holstein Kiel, ebenfalls einem aufstrebenden Verein mit großen Ambitionen. Damit steht der Trainer nun unvermittelt seinen früheren Spielern und Mitarbeitern gegenüber, mit denen er gerade noch ein gemeinsames Erfolgserlebnis geteilt hat. Diese Konstellation macht das bevorstehende Aufeinandertreffen zu etwas Besonderem.

Die Notwendigkeit der Neuausrichtung

Rapp betont die Wichtigkeit, sich von seiner früheren Arbeit in St. Paulis Projekt deutlich abzugrenzen. Der Trainer weiß um die Anforderungen, die seine neue Position mit sich bringt, und möchte sein Team nicht einfach mit den Handschriften prägen, die er beim Aufstiegsverein hinterlassen hat. Stattdessen geht es darum, bei Kiel ein eigenständiges Konzept zu entwickeln, das den Besonderheiten und Möglichkeiten dieser Mannschaft entspricht. Diese bewusste Distanzierung ist nicht nur taktisch klug, sondern auch psychologisch notwendig – sowohl für die Spieler als auch für die Akzeptanz bei Vereinsfunktionären und Anhängern. Ein bloßes Kopieren bisheriger Erfolgsrezepte würde weder den Besonderheiten Kiels gerecht noch könnte es die notwendige emotionale Bindung zu den neuen Aufgaben aufbauen.

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Die atmosphärische Komponente

Das kommende Duell trägt aufgrund dieser Vorgeschichte automatisch ein hohes emotionales Potenzial. Für St. Paulis Spieler könnte es zunächst reizvoll wirken, gegen ihren einstigen Trainer anzutreten und unter Beweis zu stellen, dass sie den Weg ohne ihn fortsetzen können. Gleichzeitig steht Rapp vor der Herausforderung, demonstrieren zu müssen, dass sein Erfolg nicht ausschließlich an St. Pauli gebunden war, sondern übertragbar ist. Die Zuschauer werden genau hinschauen, wie sich beide Lager präsentieren und welche taktischen Akzente gesetzt werden. Solche Partien sind oftmals intensiver und umkämpfter als der bloße Blick auf die Tabellenplatzierungen vermuten lässt.

Blick nach vorne

Rapps klare Aussage, dass es Zeit ist, weniger von der eigenen Handschrift aus St. Pauli-Zeiten in Kiels Spielweise zu sehen, zeigt seine Professionalität. Er versteht, dass jeder Verein, jede Mannschaft und jede Situation eigene Lösungsansätze erfordert. Das Freitagsspiel wird nicht nur sportlich spannend sein, sondern auch ein symbolisches Zeichen für den Neubeginn in Kiel setzen. Für Rapp bietet sich die Gelegenheit, einem alten Verein mit neuen Mitteln gegenüberzutreten und damit zu zeigen, dass er mehr ist als nur die Summe eines einzelnen Erfolgs.

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